So langsam komme ich dazu, an meinem Reisetagebuch zu arbeiten. Einen Teil davon will ich Euch nicht vorenthalten und hoffe, Ihr habt etwas Spaß daran.
Kreta, 9. bis 27. Mai 2011
Zum 10. Mal besuchen wir in diesem Jahr die Insel, die uns so gefangen hält. Haben uns vorgenommen, eine Woche bei Miros in Agia Galini zu bleiben, dann eventuell vier Tage in den Osten, den wir noch nicht kennen, zu reisen. Für die letzte Woche haben wir wieder, wie im letzten Jahr, ein Appartment in Kalamaki gebucht.
Montag, 9. Mai
Mitten in der Nacht heißt es Aufstehen. Der Flieger startet um sechs Uhr. Um viertel nach drei holt uns das Taxi ab, kurz vor vier sind wir in Düsseldorf.
Da ich am Vorabend schon übers Internet eingecheckt habe, müssen wir nur noch unsere Koffer abgeben, dann geht’s zur Sicherheitskontrolle.
Pünktlich sind wir in der Luft, landen nach etwas mehr als drei Stunden in Iraklion. Auch hier geht alles schnell – unsere Koffer sind bei den ersten, die auf’s Band kommen.
Draußen steht unser Mietwagen bereit. Die Strecke nach Agia Galini ist uns ja nicht fremd, mittags sind wir dort.
Im „Erofili“ ist niemand, aber es hängt ein Zettel an der Tür: Jassu, Renate + Oskar. Raum 104 und 105 stehen zur Verfügung. Nehmt einen davon. Bis dann, Miro.
Wir entscheiden uns für Raum 104, der hat das bequemere Bett. Packen aus, versuchen etwas zu schlafen. Laufen dann in den Ort – nichts hat sich verändert. Doch – am Hafen wird gerade eine Bar renoviert und wohl neu eröffnet.
Nachmittags treffen wir dann Miros im Hotel, reden ein wenig, verabreden uns abends in seinem Kafeníou.
Das erste Abendessen genießen wir traditionsgemäß im Onar. Danach sitzen wir noch auf ein Glas Wein bei Miros.
Hatten einen langen Tag, sind müde und gehen früh schlafen.
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Dienstag, 10. Mai
Wir laufen mal wieder ein Stück die Küste entlang, Richtung Kokkinos Pirgos. Im Winter muss es heftig gestürmt haben, ganze Abschnitte des oberen Weges sind weggebrochen, dicke Felsbrocken sind heruntergekommen. Durchgehend kann man nur noch unten am Wasser entlang laufen. Es gibt viel Treibholz zu sehen, teilweise ganze Baumstämme – schöne Fotomotive für Oskar.
Nachmittags bleiben wir auf unserer Terrasse, lesen, ruhen uns aus.
Im Hafen liegt ein Boot der rumänischen Grenzpolizei. Das wird in der nächsten Zeit alle paar Tage hier ankern. Ihr Wappen – groß auf der Seitenwand des Schiffes: Patria et Honor, Vaterland und Ehre.
Ja, die arabischen Staaten, in denen es zur Zeit brodelt, sind nicht weit – Europa schottet sich ab.
Abends statten wir Andonis Taverne „Horiatis“ einen Besuch ab. Das Essen suchen wir in der Küche aus, es schmeckt gut wie immer.
Am Nachbartisch sitzt ein belgisches Ehepaar. Andonis stellt nach dem Essen eine große Flasche Rakí auf deren Tisch, aus der der Belgier großzügig immer wieder allen Gästen der Taverne einschenkt. Um nicht betrunken ins Hotel wanken zu müssen, schützen wir eine andere Verabredung vor und verabschieden uns.
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Mittwoch, 11. Mai
In der Nacht höre ich Donnergrollen und es regnet. Am Morgen ist der Himmel bewölkt.
Wir bleiben erstmal auf der Terrasse und lesen. Ich lese „Die Freiheit kam im Mai“, ein Bericht von Iakovos Kambanellis über seine Zeit im KZ Mauthausen und die ersten Monate nach der Befreiung. Keine leichte Urlaubslektüre, aber sehr interessant und spannend. Zur Entspannung dann kleine Geschichten über Athen und natürlich ein Krimi, „Terror“, in dem es um die Verstrickungen der Geheimdienste in Terroranschlägen geht. Wahrscheinlich nah an der Realität.
Mittags gehen wir zum Essen ins „Tatso Mondo“ unten am Hafen, eine gute Neuentdeckung. Abends zu Babis ins Onar. Anschließend würden wir gern noch bei Miros ein Glas Wein trinken, aber um zehn Uhr ist er immer noch nicht anwesend, sein Kafeníou noch geschlossen. Also setzen wir uns auf unsere Terrasse und genießen wieder den Blick über den Ort und das Meer. Das Schiff der Grenzpolizei zieht am Horizont seine Kreise.
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und wir haben zweimal zusammen zu Abend gegessen 
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